Tierischer Besuch im Hospiz

Es waren die ersten Stunden die eine Seniorin im Warener Hospiz „Müritzpark“ verlebte und schnell wurde klar, das ist hier ein besonderer Ort. Ein Ort wo Leben ganz großgeschrieben wird. Das schmucke Einzelzimmer mit persönlichen Sachen individuell eingerichtet und mit der Tochter über die neue Situation erzählt, bekam die schwer erkrankte Seniorin tierischen Besuch. Mit Bonito, Jonathan und Lucifer standen plötzlich drei Alpakas im Zimmer und gingen gleich auf Tuchfühlung. Ganz zur Freude der beiden Frauen. Erst etwas verhalten, fasste die Hospizbewohnerin schnell Mut und lockte die flauschigen Vierbeiner mit etwas Futter zu sich ran. Sachte und bedacht kamen die drei Fleesensee-Alpakas dichter und gönnten sich eine gute Handvoll der Leckereien. „Sie brauchen keine Angst haben, die holen sich das Futter nur mit den Lippen“, versicherte Andreas Tönnessen, der sonst mit Bonito, Jonathan und Lucifer in Göhren-Lebbin zu Hause ist. Und tatsächlich waren die Vierbeiner die Ruhe selbst und gingen nacheinander zu den schmackhaften Mitbringseln und holten sich ihre Portion ab.

„Die sind so schön weich“, zeigte sich die Seniorin, die zuvor in Teterow wohnte, überglücklich. „Es ist schön, Mama Lachen zu sehen“, so die Tochter. Zumindest für diesen Moment war die Krankheit, alle damit verbundenen Einschränkungen vergessen und das Leben rückte wieder mehr in den Mittelpunkt der Frauen. „Das ist auch unser Ziel mit dieser Aktion. Wir wollen Abwechslung und Lebensfreude in unser Hospiz bringen“, verdeutlichte Sozialarbeiterin Marie-Louise Pollmer. „Wie haben mit Hilfe einer Patin jetzt regelmäßig Besuch von den Fleesensee-Alpakas“, versprach Hospizleiterin Claudia Bajorat und dankte in diesem Zug auch Saskia Jonas von SentioVita, die mit monatlich 100 Euro den tierischen Besuch ermöglicht. Weitere 50 Euro spendet die junge Frau nochmals jeden Monat privat. „Wir betreuen mit unserem Unternehmen selber kranke Menschen mit einer außerklinischen Intensivpflege in Röbel/Müritz und Waren (Müritz)“, erklärte Saskia Jonas und fügte an: „Senito Vita heißt spüre das Leben, das passt hundertprozentig zur Hospizarbeit hier im Müritzpark.“ Unterdes führte Andreas Tönnessen seine Alpakas von Zimmer zu Zimmer und hielt auch im gemeinschaftlichen Wohnbereich inne. Nach einer guten Stunde endete der exklusive Besuch bei den Hospizbewohnern für Bonito, Jonathan und Lucifer wieder mit einer Fahrstuhlfahrt, die sie zwar etwas merkwürdig, aber dennoch interessant fanden. Mit einem leichten Schnaufen verabschiedeten sich die drei Fleesensee-Alpakas, als ob sie sagen wollten: „Bis bald im Hospiz Müritzpark.“