Hospiz in Waren (Müritz) eröffnet

Muss man in einem Hospiz, einer stationären Einrichtung für Sterbenskranke, mucksmäuschenstill und bedächtig sein? Der gestrige Vormittag beantwortete die Frage mit einem klaren „Nein“. Lachende Kinder und begeisterte Erwachsene füllten die obere Etage des neuen Warener DRK-Pflegezentrums „Müritzpark“. Hier ist auch das stationäre Hospiz mit zehn Einzelzimmern untergebracht, um Menschen in ihrem letzten und verbleibenden Lebensabschnitt einen würdevollen Weg zu ebnen. „Das sieht ihr gar nicht aus wie in einem Krankenzimmer“, staunte Warens Bürgermeister Norbert Möller, als er eines der Zimmer betrat. „Weil es kein Krankenzimmer ist“, wusste Günter Rhein zu berichten. Rhein, seines Zeichens Hospizbotschafter in Mecklenburgischen Seenplatte, trägt den Gedanken der Hospizarbeit in die Öffentlichkeit. „Hier sollen sich die Menschen nicht beengt, wie in einem Krankenhaus fühlen“, so Günter Rhein. „Es wird Versucht, so viel wie möglich Last von den Bewohnern zu nehmen“, ergänzte Sascha Zwerg. „Wir können hier dem Leben sicher nicht mehr Tage geben, aber den verbleibenden Tagen mehr Leben schenken“, so der Leiter des stationären Hospizes bei der gestrigen Infoveranstaltung, zu der Ärzte, Pflegedienste und viele weitere Fachleute aus der Gesundheitsbranche geladen waren. Und die ließen sich nicht lange bitten und kamen zu dutzenden in das Hospiz. Mit Blumen und Glückwünschen sowie jeder Menge Fragen im Gepäck wurde Sascha Zwerg und sein Team umringt. Auch die Kinder der Kita „Haus Sonnenschein“ kamen und brachten ein Geschenk und ein Ständchen mit. „Wir haben bereits mit der Eröffnung des Neustrelitzer Hospizes im Jahr 2011 jede Menge Erfahrungen sammeln können“, so Sascha Zwerg. „Die Wartezeit auf einen Platz kann aber lang werden. Zudem wollen Angehörige im letzten Lebensabschnitt möglichst oft bei ihren Lieben sein“, erklärte Zwerg. „Die Distanz aus der westlichen Müritzregion ist gerade für ältere Menschen eine große, manchmal unüberwindbare Herausforderung“, so der Leiter des Hospizes weiter. Aus diesem Grund reiften vor zwei Jahren die Pläne, auch in Waren (Müritz) ein stationäres Hospiz zu eröffnen, die nun Wirklichkeit geworden sind. Bereits vier Bewohner sind in dieser Woche in das Hospiz eingezogen. „Das Team steht und freut sich auf seine Arbeit. Auf die Arbeit mit dem Menschen und für den Menschen“, so Sascha Zwerg. „Mit unserer Hospizarbeit haben wir es über die Jahre geschafft, das Thema Sterben, Tod und Trauer aus einer Tabuzone zu holen“, freut sich der Leiter über den Zuspruch, der dem Konzept recht gibt. Neben den Einzelzimmern, die allesamt einen Balkon haben, bietet ein großer Gemeinschaftsraum gesellige Abwechslung, denn auch im Hospiz darf gelacht werden. Dafür sorgt ein Team aus Pflegefachkräften, Betreuern und Sozialarbeitern, die von vielen Ehrenamtlichen unterstützt werden. Unterstützung erfährt das Team und seine Bewohner auch von einigen Hospizpaten, die die Arbeit finanziell unterstützen. Für die Hospizgäste ist der Aufenthalt kostenfrei und auch Angehörigen wird die Möglichkeit geboten, zeitweise in das Zimmer einzuziehen.