Richtfest Hospiz Waren

Richtfest DRK-Hospiz in Waren (Müritz)

„Gerichtet steht nunmehr das Haus, vom Sockel bis zum First hinaus“, rief Max-Christian Voß am Mittwochmittag vom zweiten Obergeschoss des zukünftigen DRK-Pflegeheims, das auch ein stationäres Hospiz beherbergen wird, den 80 Gästen in der Warener Clara-Zettkin-Straße entgegen. Applaus hallte dem Zimmermann entgegen, der seinen Blick zu Yvonne Janzen und Sascha Zwerg richtete. „Auf weiteres gutes Gelingen“, prosteten die drei sich zu und nahmen einen obligatorischen Schluck Hochprozentigen zum Richtfest des zukünftigen Pflegezentrums „Müritzpark“. Die Gläser auf dem Estrich zerschmettert, wandte sich das Trio einem Eichenbalken und einem Zimmermannshammer zu. „Wir werden nun den letzten Nagel im Holz versenken und dem Bau jede Menge Glückseligkeit schenken“, so Zimmermann Voß, der das Nageln Yvonne Janzen, die die Pflegeeinrichtung leiten wird, und Sascha Zwerg als Leiter des hier untergebrachten stationären Hospiz, überließ.

Eröffnung im Herbst 2019 - Bewerbungen werden bereits jetzt angenommen

Zielstrebig und Schlag für Schlag wurden zwei Nägel in das Holz getrieben. Wenige Sekunden später war es geschafft. Etwas länger hat gedauert, bis dieser kurze Augenblick in die Geschichtsbücher der palliativen Versorgung in Waren (Müritz) geschrieben werden konnte. „Bereits vor drei Jahren hatten wir die Idee zu einem stationären Hospiz hier an der Müritz“, erinnerte sich Uwe Jahn als DRK-Geschäftsführer. Mit guten Erfahrungen aus dem Neustrelitzer „Luisendomizil“, das als ähnliches Konzept seit 2011 sterbenskranken Menschen eine Herberge für einen würdevollen Abschied vom Leben ermöglicht, ging das Rote Kreuz auf Standortsuche. Die verwaiste Sportanlage zwischen Clara-Zettkin-Straße und Thomas-Mann-Straße erwies sich als ideal. Drei verbundene Wohnhäuser mit 88 Pflegeplätzen sollten entstehen. Im Dachgeschoss wurde ein Hospiz mit zehn Einzelzimmern geplant. „Doch von dieser 8,5 Millionen schweren Investition, die ohne Fördermittel realisiert wird, mussten zuvor die Krankenkassen überzeugt werden“, so Uwe Jahn. „Die Notwendigkeit für eine derartige spezialisierte Pflegeeinrichtung, zeigt der Bedarf an Hospizplätzen, die es bislang nicht in der Region gibt“, unterstrich Norbert Möller, der sich gleichzeitig über den Zuwachs an Arbeitsplätzen freut.

Insgesamt 70 Frauen und Männer werden hier einen neuen Job finden. Und die Anzahl der Bewerbungen spricht für den sicheren Arbeitsplatz. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir im Herbst 2019 die ersten Bewohner im ,Müritzpark‘ begrüßen“, so Uwe Jahn. „Dann werden wir den Bewohnern zwar nicht mehr Zeit zum Leben, aber mehr Leben für die verbleibende Zeit geben können“, so der Rotkreuzler. Derweil führten Yvonne Janzen und Sascha Zwerg die neugierigen Besucher durch den Rohbau, denn: „Gerichtet steht nunmehr das Haus, vom Sockel bis zum First hinaus.“