Trauerfeier: Geldspende statt Blumen

Mit schwerster Erkrankung kam im August ein Mann aus einem Dorf nördlich der Müritzregion in das Hospiz „Müritzpark“. Für die Ärzte galt er als austherapiert, für das Team um Claudia Bajorat hingegen gab es noch jede Menge zu tun. „Jeder Tag soll für unsere Hospizgäste mit Leben gefüllt werden“, so die Leiterin. Für den Rentner waren es zehn Tage, die er in Würde verleben durfte. Es galt aber nicht nur den schwerstkranken Mann zu pflegen und zu begleiten, sondern auch seine Ehefrau brauchte jede Menge Halt, denn eigentlich wollte das Ehepaar ihren Lebensabend gemeinsam und mit vielen Aktivitäten verbringen.

„Zuwendungen und Erklärungen waren nötig. Aber auch das gehört zu unserem Konzept, dass Angehörige nicht in dieser schweren Zeit alleine gelassen werden“, so Claudia Bajorat. Schließlich konnte der Mann friedlich einschlafen. Zur Beerdigung ihres Gatten hatte seine Frau eine Bitte an die Trauergäste: „Eine Geldspende für das Hospiz sollte es anstelle von Blumen sein.“ Diesem Wunsch wurde entsprochen und zahlreiche Geldzuwendungen in Briefumschlägen wurden zu Ehren des Verstorbenen übergeben. Diese wanderten schließlich in ein kleines Sparschwein, das sich mit jedem Trauergast füllte. „Wir mussten das Geld förmlich reinpressen, das Schweinchen war irgendwie zu klein“, schmunzelte die Frau, als sie in dieser Woche den Spendentopf in das Warener Hospiz brachte.

Mit einem kleinen Hammer rückten Claudia Bajorat und Sozialarbeiterin Marie-Louise Pollmer dem Sparschwein zu Leibe und staunten nicht schlecht. Ein großer Batzen Geldscheine kam zum Vorschein. Stolze 1.695 Euro lagen auf dem Tisch. „Wir möchten uns ganz herzlich bei der Ehefrau und den Trauergästen für diese Geste bedanken“, freuten sich die beiden Hospizmitarbeiter. Das Pflegezentrum „Müritzpark“ wurde im September 2019 eröffnet. Am 14. Oktober 2019 zog der erste Bewohner in das Hospiz ein. „Die Nachfrage ist enorm und wir liegen bei einer 100-prozentigen Auslastung“, erklärte Claudia Bajorat die Notwendigkeit des Warener Hospizes.